Staffel 1  ·  Folge 01  ·  April 2026

Ich war mir selbst fremd

Ich habe lange funktioniert – im Alltag, im Geschäft, im Leben. Doch innerlich habe ich mich selbst immer weniger gespürt. Eine ehrliche Geschichte über Verdrängung, innere Leere und den Moment, in dem ich begonnen habe, mich selbst wieder wahrzunehmen.

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Ich weiß heute, wer ich bin. Und spreche darüber. In diesem Podcast.

Ich teile meine Geschichte als hochsensibler Mann, der am Abgrund stand: Ich spreche über Angst. Über unterdrückte Gefühle. Über Trauma und Selbstzweifel. Über Depressionen. Über mein Verhältnis zu Frauen. Über meine Alkoholabhängigkeit. Und über den Moment, in dem mir klar wurde: Niemand kommt, um mein Leben zu retten.

Dieser Podcast ist ein ehrlicher Raum für Menschen, die spüren, dass sich etwas verändern muss. Und besonders für Männer, die beginnen wollen, sich ihren Gefühlen ehrlich zu stellen. Ich spreche auch über Verantwortung, über Selbstfindung, über emotionale Heilung und über den Mut, sich selbst wirklich zu begegnen.

Wenn ich heute auf mein altes Leben zurückblicke, gibt es einen Moment, der sich von allen anderen unterscheidet. Ein Moment, der alles verändert hat. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, es war Ende 2022. Ich saß alleine in meinem Haus auf der wunderschönen Insel Madeira. Es war ganz still. Nur viele leere Weinflaschen um mich herum und mein verletztes Herz.

In diesem Moment wurde mir plötzlich klar: So kann es nicht weitergehen! Ich hatte lange geglaubt, mein Leben im Griff zu haben. Aber in diesem Moment wusste ich: Ich hatte mich selbst verloren!

Mein Name ist Frank Dormann. Und das ist mein Podcast: »Ich war mir selbst fremd«.

Ich hab viele lange Jahre meines Lebens funktioniert. In einer Art und Weise wie ich es schlicht gewohnt war. Nach außen sah vieles stabil aus. Gegenüber anderen Menschen war ich immer freundlich und aufgeschlossen. Mein Geschäft lief gut. Ich hatte ein soziales Umfeld. Und meine Tochter Kathleen, die ich sehr liebe und für die ich Verantwortung trage.

Ich glaubte wirklich, mein Leben im Griff zu haben, auch mit dem vielen Alkohol. Ich funktionierte, aber innerlich hab ich mich selbst nicht mehr gespürt. Heute, dreieinhalb Jahre später, weiß ich: Es ist möglich, ein Leben zu führen, das nach außen hin funktioniert, aber gleichzeitig sich selbst dabei völlig fremd zu sein. Genau darüber spreche ich in diesem Podcast.

Ich bin 1966 geboren als hochsensibler Junge. Eine überforderte Mutter. Kein Vater. Scheidungskind. Trauma und Verlustangst mit drei Jahren. Viele Umzüge und Schulwechsel. Auf mich alleine gestellt. Das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Meine Freunde hatten Familie, meine Mutter hatte ständig wechselnde Partner. Ich habe mich ausgegrenzt gefühlt in dieser Welt, nicht zugehörig mit meiner Feinfühligkeit. Kein Anker, nur eine überforderte Mutter.

Mit 14 hab ich angefangen zu trinken. Anstelle mich mit Mädchen oder später Frauen zu treffen, immer wieder Sauftouren mit Freunden oder alleine zuhause Musik hören und trinken. Nach der Trennung von meiner zweiten Frau Ende 2011, sieben Jahre lang keine Beziehung, keine Zärtlichkeit, kein Sex. Kein Selbstvertrauen gegenüber Frauen mehr. Fußball als Kompensation der Gemeinschaft. Einsamkeit durch Covid.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Nach außen funktioniert alles – aber innerlich spürst du dich selbst immer weniger. Wann hast du dich das letzte Mal wirklich gefragt, wie es dir geht?

Verantwortung beginnt nicht im Außen. Sie beginnt in dir.

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