Staffel 1  ·  Folge 11  ·  27. Mai 2026

Ich konnte nicht loslassen

Ich habe gelernt, wie man loslässt – ohne zu verlieren. Eine neue Beziehung und dieses Mal ist alles ganz anders.

Folge erscheint bald · 27. Mai 2026

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Es gibt Momente im Leben, die sich anders anfühlen als alles zuvor. Nicht weil sie einfacher sind. Sondern weil du dich verändert hast.

Ende 2025 lerne ich eine Frau kennen. Wir haben beide schon längere Zeit keine richtige Beziehung mehr gehabt und wünschen uns einen Partner an unserer Seite. Vom ersten Moment ist da etwas. Keine Zweifel. Kein Abtasten. Kein Taktieren. Nur zwei Menschen, die spüren: Wir sollen uns begegnen und lieben.

Nach einer halben Stunde nehme ich sie in meine Arme. Einfach so. Um ihre Energie und ihr Herz zu spüren. Und ich habe gespürt: Da ist jemand, der wirklich da ist. Und der offen ist für Liebe. An diesem Abend blenden wir alles um uns herum aus und folgen einfach unseren Gefühlen.

Wir erleben in den nächsten Monaten zusammen Dinge, die mich tief berühren und aus denen ich wieder lerne. Wir sind ein Herz und eine Seele. Aber es gibt auch Reibung. Vor allem weil wir beide es nicht mehr gewohnt sind, uns anzupassen.

Sie ist stark. Hat eine Menge männlicher Anteile. Und ich – hochsensibel, feinfühlig – muss manchmal damit kämpfen. Es gibt Momente, in denen wir aneinandergeraten und ich meine Nerven verliere. Und auch Momente, in denen wir immer wieder zur Liebe zurückfinden.

Im April 2026, die Börse setzt mich enorm unter Druck. Ich arbeite gleichzeitig an mehreren neuen Projekten, an meiner Zukunft und auch an meiner Gesundheit. Viele Jahre des Alkoholmissbrauchs haben ihre Spuren in meinem Körper hinterlassen. Ich spüre, wie all diese Informationen noch in meinen Organen sitzen und sie mir zurufen: Du musst uns helfen!

Das mach ich auch und unterziehe mich einer inneren Reinigung mit Heilkräutern. Das wiederum setzt erhebliche Anpassungen in meinem Körper in Gang. Und der kämpft mit mir, im positiven Sinn. Leber, Milz, Nieren, Magen und Darm lernen wieder sauber miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten. Das braucht Zeit und kostet Energie.

Und ich kämpfe wieder gegen meine eigene Kraft. Mein Körper zeigt mir wieder klare Grenzen auf, die ich zum Glück erkenne. Ich bin wieder kurz vor einem Burnout.

Einen Abend haben wir ein Gespräch mit unterschiedlichen Ansichten, woraus eine Spannung entsteht. Ich kann die ganze Nacht nicht schlafen und will am nächsten Morgen einfach nur nach Hause und meine Ruhe haben. Die Art und Weise ist allerdings falsch und grenzt an eine Flucht. Die Stimmung ist angespannt und wir trennen uns.

Früher wäre das das sichere Ende gewesen. Für mich, weil ich mich wieder betrunken hätte. Ich hätte auch wieder festgehalten, geklammert, um meine Partnerin nicht zu verlieren. Und ich hätte mich wieder verloren. Ohne zu verstehen, was wirklich passiert ist.

Dieses Mal ist aber alles ganz anders. Ich fahre nach Hause, finde zur Ruhe und meditiere. Und in dieser Stille – ohne Alkohol, ohne Ablenkung, ohne Druck – kommt plötzlich die Klarheit. Keine Antwort von außen. Sondern von innen. Von dem Teil in mir, der heute weiß, wer er ist. Und ich spüre: Wir sind noch nicht am Ende.

Wir treffen uns wieder und ich sage ihr das. Nicht aus Angst. Nicht weil ich nicht allein sein will. Sondern weil ich es fühle. Wir gehen jetzt einen Weg der kleinen Schritte: Keine großen Pläne. Keine Zukunftsversprechen. Einfach die Zeit miteinander genießen. Ohne Druck. Ohne Erwartungen. Und seitdem verstehen wir uns besser als zuvor.

Ende Mai gehen wir nach Europa zurück. Ich, um meine Bestimmung zu leben. Um das aufzubauen, wofür ich all diese Jahre gegangen bin, gefallen bin und immer wieder aufgestanden bin. Ich spüre, dass mich etwas Großes erwartet. Und ich will ganz da sein dafür.

Wir werden uns auch dort treffen und die uns geschenkte Zeit genießen. Was vor uns steht, weiß niemand, aber wir verlassen uns darauf, dass alles zu unserem höchsten Wohle geschieht.

Ich bleibe ohne Schmerz. Ohne Klammern. Ohne die Angst, die mich früher begleitet hat. Das ist neu. Das ist eine neue Art zu lieben, auch mich selbst.

Weißt du, was der Unterschied ist zwischen dieser Beziehung und allen davor? Früher habe ich mich verloren, wenn jemand gehen wollte. Oder ich bin gegangen, bevor der Schmerz kommen konnte. Diesmal bleibe ich bei mir. Weil ich weiß, wer ich bin.

Und das – das ist das große Ziel. Nicht die perfekte Beziehung. Sondern die Fähigkeit, sich selbst nicht zu verlieren. In keiner Situation. Und mit keinem Menschen. Und immer wieder zu lernen, aus jeder Situation im Leben.

Das war die erste Staffel von »Ich war mir selbst fremd«. Danke, dass du dabei warst. Danke, dass du zugehört hast. Nicht für mich – sondern für dich. Denn genau darum geht es.

Verantwortung beginnt nicht im Außen. Sie beginnt in dir.

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