Staffel 1  ·  Folge 02  ·  April 2026

Der Tag, an dem ich merkte, dass ich mich nicht mehr ertrage

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich selbst nicht mehr ausweichen kann. In dieser Folge spreche ich über genau diesen Punkt – den Moment, in dem ich mich selbst nicht mehr ertragen habe.

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Es gibt Momente, in denen du dir selbst nicht mehr ausweichen kannst. Momente, in denen du merkst, dass du dich selbst nicht mehr erträgst. Und genau so ein Moment hat mein Leben verändert.

Heute möchte ich über genau diesen einen Tag sprechen, der mein Leben grundlegend verändert hat. Eine weitere, gescheiterte Beziehung liegt hinter mir. Vor ein paar Wochen hat meine Freundin Schluss gemacht. Wir wollten zusammen leben. Seitdem quälen mich Tag und Nacht Gedanken über das Warum. Ich finde keine Ruhe oder Erklärung. Ich trinke weiter Alkohol als Gefühlskiller.

Mein Spiegelbild sieht fürchterlich aus. Ich fühle mich wie ein Haufen Elend. Ich hab keine Selbstachtung mehr. Und keine Selbstliebe. Nach außen gebe ich mich aber weiter entspannt. Innerlich jedoch fühle ich, mich selbst verloren zu haben.

Immer wieder quält mich die gleiche Frage: Wie konnte es dazu kommen? Wochenlang, ohne Antwort. Und gleichzeitig ist da ein Teil in mir, der genau weiß, dass etwas in meinem Leben nicht stimmt. Aber zuerst will ich es nicht sehen. So sehr hat sich das permanente Trinken in meinem Leben verankert. Mehr als 40 Jahre unkontrollierter Alkoholmissbrauch an meiner Seele liegen hinter mir.

Und trotzdem hab ich weiter gemacht, weiter funktioniert und mich gleichzeitig immer weiter von mir selbst entfernt. Ich schaue mich weiter an und erkenne mich nicht mehr. Ja, ich kann mich selbst nicht mehr ertragen.

Da kommt dieser Moment, an dem ich mir selbst nicht mehr ausweichen kann. Es ist wie eine Erleuchtung. Manchmal muss man ganz unten ankommen, um sich selbst wieder zu begegnen. Und um sich wirklich ganz ehrlich zu hinterfragen und eine klare Entscheidung zu fällen.

Dann hab ich endlich aufgehört, gegen mich selbst zu kämpfen und entschieden: So wie ich jetzt lebe, kann und will ich nicht mehr weitermachen. Und genau an diesem Punkt beginnt für mich etwas Neues.

Und je ehrlicher ich in mich hinein schaue, desto mehr verstehe ich: Dass ich nie zu schwach war. Ich habe es nur geglaubt. Und dass ich mit den falschen Mitteln dagegen angekämpft habe. In diesem Moment entscheide ich mich, mit dem Trinken aufzuhören.

Vielleicht kennst du diesen Punkt, an dem du dir selbst nicht mehr ausweichen kannst.

Verantwortung beginnt nicht im Außen. Sie beginnt in dir.

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